Phytotherapie - die Heilkraft der Pflanzen.

Pflanzen werden vom Menschen seit Urzeiten als Heilmittel bei verschiedenen Krankheiten geschätzt. Die moderne Phytotherapie hat ihre Wurzeln in der Volksmedizin, in der die lange Tradition im Umgang mit der heilenden Wirkung von Pflanzen bis heute lebendig geblieben ist.
Genau genommen handelt es sich dabei vermutlich um die älteste aller Heilkunden. Denn bereits unsere urzeitlichen Vorfahren haben Verletzungen und Erkrankungen mit Hilfe von Pflanzen behandelt.


Über Jahrhunderte hinweg wurden überlieferte Anwendungs- methoden stetig verfeinert. Daher wundert es nicht, dass die Pflanzenheilkunde einen wichtigen Bestandteil der westlichen Medizin, aber auch aller alten medizinischen Systeme darstellt.
Dazu zählen etwa die traditionelle chinesische Medizin, die japanische Kampoo-Medizin oder das indische Ayurveda.
Selbst Tiere nützen die Heilkräfte von Pflanzen: So kauen zum Beispiel Schimpansen, die an Durchfall leiden, an bestimmten Pflanzen um ihre Verdauung wieder in Ordnung zu bringen.

Die Potenziale vieler Pflanzen wurde in den Hochkulturen des Altertums schon richtig erkannt.
Eines der ältesten erhaltenen Bücher über Heilpflanzen soll das Chen Nong Bencao Jing sein, das etwa 2800 v.Chr. entstanden ist. Hier sind 365 Heilpflanzen angeführt, die der Verfasser alle im Eigenversuch erprobt haben will.
In Europa wurde die Anwendung von Heilpflanzen zur Heilung, Kräftigung und Erhaltung der Gesundheit ab dem Mittelalter vornehmlich von christlichen Mönchen gepflegt. In fast jedem Kloster legte man einen Kräutergarten und Aufzeichnungen über die Heilwirkung der verschiedenen Pflanzen an.



Die Erkenntnisse der Pflanzenheilkundigen gingen in die im Mittelalter beginnende „wissenschaftliche“ Medizin ein. Einer der bekanntesten Vertreter der ärztlich eingesetzten Pflanzenheilkunde war Paracelsus (1493–1541). Er erkannte als erster, dass die Wirkstoffmenge darüber entscheidet, ob eine Pflanze als Arznei oder als Gift wirkt.
Das Faszinierende an pflanzlichen Arzneimitteln ist die Vielzahl von Wirkstoffen in diesen Präparaten.
Die Krankheitsbehandlung mit pflanzlichen Arzneien nennt man „Phytotherapie“. Bei den eingesetzten pflanzlichen Arzneimitteln handelt es sich meist um Pflanzen oder deren bestimmte Teile, die durch Trocknen lagerfähig gemacht wurden oder um verschiedene Zubereitungen daraus, wie etwa Tinkturen oder Extrakte, die in Folge zu Tabletten, Kapseln, Dragees oder Salben weiterverarbeitet werden können.
Die Wirkung beruht auf bestimmten Pflanzeninhaltsstoffen. Zur Erzielung eines therapeutischen Effekts ist eine Mindestdosis erforderlich; bei Unterdosierung tritt meist keine Wirkung auf, bei extremer Überdosierung können unerwünschte Wirkungen eintreten.

Demnach müssen Mittel aus pflanzlichen Wirkstoffen genauso sorgfältig und mit Sachverstand angewendet werden wie jene Arzneimittel, die synthetisch hergestellt sind.

Heute ist eine große Anzahl fertiger Mischungen als Tropfen, Tabletten, Salben, Tinkturen und Öl verfügbar.

Ich verwende jedoch meist individuell auf das Beschwerdebild abgestimmte Teemischungen, Tinkturen oder Salben, wodurch häufig noch bessere Heilerfolge erzielt werden können.
Das Anwendungsspektrum der Phytotherapie ist groß. Pflanzen eignen sich ebenso den Stoffwechsel zu verbessern wie Magen- und Darmerkrankungen, Leber- und Gallenleiden, Hauterkrankungen, Augenleiden, Allergien und vieles mehr zu behandeln.

Lassen Sie sich überraschen, wie eine kleine Menge richtig eingesetzter Pflanzen Ihren Körper wieder in Hochform bringen kann.