Ozontherapie.

Was ist Ozon ?

Ozon ist als 3-atomige Sauerstoff-Verbindung O3 eine energiereiche Form des normalen, atmosphärischen Sauerstoffs (O2), dessen Moleküle aus zwei Sauerstoff- atomen aufgebaut sind.

O3 ist bei Raumtemperatur ein farbloses Gas von charakteristischem Geruch (Höhensonne) und kommt in erdnahen Schichten in Konzentrationen (Smog) bis zu maximal 1 Teil O3 auf 10 Mio. Teile Luft vor (=0,1 ppm = 200 µg/m3). In der Regel aber nur 0,03-0,04 ppm in 2000m Höhe.
Aufgrund seiner starken Oxidationskraft und der ausgeprägten desinfizierenden Eigenschaften wird es weltweit zur Wasserentkeimung und Aufbereitung von Trinkwasser genutzt.


Was ist Ozon-Therapie ?

Ozon als Medikament
Das medizinische Ozon ist immer ein Gemisch aus reinstem Ozon und reinstem Sauerstoff. Die Ozonkonzentration variiert je nach Anwendung von 1-100 µg/ml (0,05-5% O3), die gesamte Ozondosis bestimmt der Arzt je nach Krankheitsbild und Allgemeinzustand.

Eigenschaften u. Wirkung
Medizinisches Ozon hat eine stark ausgeprägte bakterientötende, pilztötende und vireninaktivierende Wirkung und findet von daher einen breiten Anwendungsbereich zur Desinfektion von infizierten Wunden, aber auch bei bakteriell und virusbedingten Erkrankungen.

Die durchblutungsfördernde Eigenschaft nutzt man bei der Behandlung von Durchblutungsstörungen und zur Revitalisierung.

Im niedrig dosierten Konzentrationsbereich werden die körpereigenen Abwehrkräfte mobilisiert, d.h. das Immunsystem aktiviert. Immunzellen produzieren als Antwort auf ihre Aktivierung durch medizinisches Ozon spezifische Botenstoffe, die Zytokine (wie Interferone oder Interleukine), die andere Immunzellen informieren und so die ganze Kaskade der Immunantwort in Gang setzen. Der Einsatz des medizinischen Ozons zur Immunaktivierung bei einer schlechten Immunlage und Immundefizit wird daher sinnvoll.

Kleine Ozonmengen - in Form der "Grossen Eigenblutbehandlung" (als extrakorporale Behandlung) verabreicht - aktivieren die körpereigenen Antioxidantien und Radikalfänger. Dies macht den Einsatz der Ozontherapie bei chronischen Enzündungen verständlich.


Anwendungsbereiche

Aus den spezifischen Eigenschaften des medizinischen Ozons ergeben sich drei grosse Anwendungsbereiche in der Ozontherapie:
1. Die Behandlung von Durchblutungsstörungen, auch im Bereich der Geriatrie, und
2. die Behandlung virusbedingter Erkrankungen wie Lebererkrankungen und Herpes.
3. Die Behandlung infizierter, schlecht heilender Wunden und entzündlicher Prozesse, wie z.B.
  - offene Beine (ulcus cruris)
  - entzündliche Darmerkrankungen (Colitis, Proktitis),
  - Verbrennungen und infizierte Verletzungen, Pilzbefall usw.
4. Andere Krankheitsformen, die aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht genannt werden dürfen.


Anwendungsformen

In jahrzehntelanger Erfahrung haben sich die folgenden Anwendungsformen herausgebildet:

1. die Große Eigenblutbehandlung (als extrakorporale Eigenblutbehandlung) in der Geriatrie, zur Revitali- sierung, zur Behandlung von Durchblutungsstörungen sowie bei virusbedingten Erkankungen und zur generellen Immunaktivierung. 50 bis 100 ml patienteneigenes Blut werden ausserhalb des Körpers (in und mit sterilem Einmalmaterial) mit einer exakt definierten Ozonmenge angereichert, das mit den roten und weißen Blutkörperchen zu 100% reagiert und deren Stoffwechsel aktiviert. Dieses aktivierte Eigenblut (nicht Ozon oder Sauerstoff!) wird dem Patienten in Form einer normalen Tropfinfusion unmittelbar wieder zugeführt;

2. die Kleine Eigenblutbehandlung wird als intramuskuläre Eigenblutinjektion zur Immunaktivierung gegeben und eingesetzt zur Revitalisierung, zur Behandlung allergischer Erkrankungen oder generell zur Verbesserung der körpereigenen Abwehr;

3. die äußere Behandlung von Wunden mit dem ozonfesten Kunststoffstiefel, Beutel, einer Kunststoffglocke oder bei kleineren Wunden auch mit Ozon-Wasser. Ozon-Wasser mildert auch Hauterscheinungen wie Juckreiz und Entzündungen;

4. die rektale Ozon-Verabreichung bei entzündlichen Darmerkrankungen, aber auch für die Revitalisierung bei virusbedingten Erkrankungen;

5. Injektionen in Gelenke (intraartikulär) werden z.B. bei entzündlichen Gelenkerkrankungen (Arthritis, reaktivierten Arthrosen) durchgeführt.


Bei welchen Erkrankungen wird Ozon sinnvoll eingesetzt ?

Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die durch eine Ozontherapie positiv beeinflußt oder sogar geheilt werden können. In der Regel wird das medizinische Ozon zusätzlich zu anderen Therapieverfahren eingereiht; es zählt zu dem Bereich der Komplementärmedizin.
Damit die Patientinnen und Patienten an den neuesten Entwicklungen der Ozontherapie möglichst schnell teilhaben können, haben sich die Ozontherapeuten in der ärztlichen Gesellschaft für Ozon-Anwendung in Prävention und Therapie e. V. (früher: "ärztliche Gesellschaft für Ozontherapie") zusammengeschlossen, deren Aufgabe darin besteht, den Erfahrungsaustausch der Behandler zu verstärken und zu beschleunigen.
Ihr Behandler wird Sie gerne informieren, bei welchen Erkrankungen eine Ozontherapie, wirksam und erfolgreich eingesetzt werden kann. Ebenso wie bei allen anderen Therapieformen gibt es allerdings auch bei der Ozontherapie keine von vornherein berechenbare Erfolgsgarantie.

Durchblutungsstörungen
Die arteriellen Durchblutungsstörungen, für die u.a. Kältegefühle in den Beinen oder Schmerzen nach nur kurzen Gehstrecken (Schaufensterkrankheit) alarmierende Zeichen sind, gehören seit nahezu 5 Jahrzehnten zum klassischen Anwendungsbereich der Ozontherapie. Das Medizinische Ozon wird in Ergänzung und in Kombination zu anderen komplementärmedizinischen und schulmedizinischen Behandlungsverfahren eingesetzt.

Regeneration, Revitalisierung
Berufliche Stresssituationen oder übermäßige geistige und körperliche Anspannungen sind der Ozonbehandlung in besonderem Maße zugänglich. Die Aktivierung des Zellstoffwechsels der roten und weißen Blutkörperchen kann zu einer Verbesserung des Allgemeinzustandes führen und eine generelle Revitalisierung bewirken. Der Leistungssportler profitiert hiervon gleichermaßen. Zwar verbessert sich nicht die Höchstleistung, aber die Leistung in der Ausdauerphase, also unterhalb des maximalen Leistungsbereiches. Zusätzlich kann die Regenerationsphase in den Ausdauer-Sportarten messbar verkürzt werden.

Der ältere Patient. Prävention und Therapie
Sehr gut spricht der ältere Patient auf die Ozontherapie an, da alle Eigenschaften des Medizinischen Ozons genutzt werden können: die verbesserte Versorgung des Organismus mit Sauerstoff, die Mobilisierung des Immunsystems und die Aktivierung der körpereigenen Antioxidantien und Radikalfänger. Positiv zu beeinflussen können cerebrale Durchblutungsstörungen sein, die sich häufig durch Konzentrationsstörungen, allgemeine Leistungsschwäche, Unsicherheit beim Gehen und Schwindelgefühle bemerkbar machen. In Ergänzung zu anderen komplementärmedizinischen Maßnahmen lässt sich das Medizinische Ozon auch präventiv einsetzen und kann zu einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität beitragen.

Augenerkrankungen
Altersbedingte Durchblutungsstörungen treffen auch das Sehorgan mit atrophischen und degenerativen Veränderungen. Bekannt ist die "Altersbedingte Makuladegeneration" in der Netzhautmitte -der Stelle des schärfsten Sehens. Am Sehnerv finden sich gegebenenfalls die Auswirkungen in verschiedenen Schweregraden einer sogenannnten Opticusatrophie. Eine Studie aus der Universitätsaugenklinik Siena und die aus der Praxis gewonnenen Erkenntnisse zeigen nach der Ozon-Eigenblut-Behandlung Sehleistungsverbesserungen, die 6 bis 8 Monate anhalten. Kontinuierliche Behandlungen können zu einer weiteren Verbesserung führen bzw. eine Verschlechterung der Sehleistung aufhalten.

Hautpilze und infizierte Hautverletzungen
Die pilz- und bakterientötende Wirkung des Ozons wird seit über 100 Jahren weltweit erfolgreich in der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt. Sie macht das Medizinische Ozon zu einem effektiven Therapeutikum zur Bekämpfung von hartnäckigen Hautpilzen, besonders zusätzlich bakteriell infizierten Fußpilzen, Pilzaffektionen am Körperstamm oder bei Schleimhautpilzen.

Infizierte Wunden
Die lokale Behandlung von infizierten Wunden, wie sie durch Wundliegen (Decubitus ), bei Unterschenkel- geschwüren (Ulcus cruris), als diabetische Gangrän oder bei Wundheilungsstörungen leicht auftreten, gehört zum klassischen Einsatzbereich des Medizinischen Ozons. Man nutzt zunächst die desinfizierende Wirkung des Ozons, d.h. die bakterien- und pilzabtötende, um eine keimfreie und saubere Wunde zu erhalten. Niedrige Konzentrationen dienen im Anschluss der verbesserten Wundheilung.

Darmerkrankungen: Proktitis und Colitis
Bei den entzündlichen Darmerkrankungen hat sich die lokale Ozonverabreichung in Form der Darminsufflation bevorzugt im 1. Stadium als sinnvoll erwiesen. Zumeist ist eine Behandlungsserie mit 10 Einzelbehandlungen ausreichend . Bei einem geringen Patientenanteil sind mehrere Behandlungsserien erforderlich.

Viruserkrankungen

Herpes simplex (Fieberbläschen), Herpes zoster (Gürtelrose)
Beide Herpes-Arten sind virusbedingt. Der Lippen-Herpes , eine häufig wiederkehrende, sehr lästige Erkrankung, kann mit den verschiedenen Formen der Ozontherapie sehr positiv in Ergänzung zu anderen Methoden beeinflusst werden. Bei der Gürtelrose ist der komplementäre (ergänzende) Einsatz von Ozon sinnvoll, sowohl lokal mit Hilfe von Ozonwasser-Kompressen als auch in Form der Ozon-Eigenblutbehandlung.

Entzündliche und degenerative Gelenkerkrankungen
Teilt man die entzündlichen Gelenkerkrankungen in 3 Stadien ein, so sind besonders Stadium 1 und 2, das heißt ohne schwere Knochendeformation, einer medizinischen Ozonanwendung zugänglich. Dies betrifft die Gonarthrose oder die aktivierte Arthrose von Knie- und Schultergelenken. Intraartikuläre Ozoninjektionen sind in Ergänzung zu einer schulmedizinischen Grundbehandlung, insbesondere auch zu spezifisch bewegungs- therapeutischen Maß nahmen sinnvoll. Genutzt wird die entzündungshemmende Wirkung des Ozons, aber auch die Immunmodulation und die Aktivierung des Knorpel-Zellstoffwechsels.

Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises

Chronische Polyarthritis

Krankheiten und Wettbewerbsrecht
Zu begleitenden Behandlungsmöglichkeiten von meldepflichtigen Krankheiten ( wie zum Beispiel Hepatitis - Entzündliche Lebererkrankungen ) oder Geschwulstkrankheiten ( wie zum Beispiel alle Krebsarten ) darf hier aus wettbewerbsrechtlichen Gründen keine Stellung genommen werden.


Was sollte der Patient beachten ?

Vor einer Ozontherapie sollten Sie Ihrem Behandler mitteilen, ob und gegebenenfalls welche Medikamente Sie zu diesem Zeitpunkt einnehmen. Diese Medikamente dürfen keinesfalls ohne Rücksprache mit dem Behandler abgesetzt werden. Die meisten Kassen, sowohl die gesetzlichen als auch die privaten, ersetzen die Kosten für eine Ozonbehandlung zur Zeit noch nicht, obwohl deren medizinischer und auch wirtschaftlicher Vorteil (Verkürzung der Krankheitsdauer, eventuell Vermeidung eines Krankenhausaufenthaltes, Einsparung von Medikamenten) auf der Hand liegt. Die Ozontherapie wird oft auch als ergänzende Maßnahme zu anderen Behandlungsarten durchgeführt.